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Anfang März veröffentlichte das Bundesumweltministerium (BMU) die umweltpolitische Digitalagenda. In dieser beschreibt das BMU seine Leitplanken entlang der Digitalisierung und führt seine Strategie rund um die Digitalisierung und die Dekarbonisierung aus. Darunter versteht man die Verminderung und den Wegfall von CO2.

Die Digitalagenda bringt damit die zwei Megatrends des 21. Jahrhunderts zusammen: den Schutz unserer Umwelt sowie die Digitalisierung.

Doch Wie hängen diese zwei Themen zusammen?

Einerseits ist die Digitalisierung durch die steigende Anzahl an Geräten und der Vernetzung einer der größten Treiber für den Anstieg des Energieverbrauchs und folglich auch für die Erhöhung des CO2 Ausstoßes. „Jede neue digitale Anwendung sorgt für einen Anstieg der Datenmengen, die bewegt und verwaltet werden muss“, erklärt das BMU. Prognosen zufolge könnte der so verursachte Ausstoß an CO2 bis 2025 mit 20 % genauso hoch sein, wie die Emissionen des globalen Straßenverkehrs. Zusätzlich werden andere wertvolle Rohstoffe verwendet und verbraucht.

Daher appelliert das BMU und schreibt:

„Digitale Lösungen sind kein Selbstzweck: Neue Technik und Technologien alleine sind kein Fortschritt. Davon kann erst die Rede sein, wenn sie das Leben der Menschen verbessern, wenn sie Umwelt, Klima und Natur zugutekommen. Entscheidend sind ihr Zweck, ihre Qualität und ihre Wirkung.“

Und damit kommen wir auch zu den Chancen, die die Digitalisierung für die Umwelt bietet. Beispielsweise ermöglicht sie es, die Transparenz für die Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen zu steigern.

Ein weiteres Beispiel sind Algorithmen für Suchanfragen und Produktvorschläge, die Energieeffizienz, Umweltsiegel oder Filtereinstellungen für „grüne“ Produkte berücksichtigen und Verbraucher*innen, somit nachhaltige Alternativprodukte anbieten.

Quelle: www.bmu.de

Um diese und andere Entwicklungen gezielt zu fördern, hat das Bundesumweltministerium konkret vier Maßnahmenpakete mit insgesamt 72 Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Die Vorstellung dieser Maßnahmen fand am 2. März 2020 im Futurium, Berlin statt, einem Ort, an dem Zukunftsszenarien keine Grenzen gesetzt sind. Umgeben von Politikern, interessierten Bürger*innen, Befürwortern und Gestaltern der Digitalisierung sowie Verfechter der Umweltpolitik, hatte ich das Privileg selbst Teil des Geschehens zu dürfen.

Deutlich wurde an diesem Abend, dass wir die Zügel in der Hand haben, wenn es darum geht, ob die Digitalisierung zum Brandbeschleuniger oder Brandlöscher der Klimakrise wird. An uns liegt es nun, die Zukunft und die Digitalisierung zu lenken und so zu gestalten, dass die positiven Aspekte wie beispielsweise die Schaffung von Transparenz, sowie die Automatisierung und Optimierung von Prozessen und damit einhergehende Effizienzsteigerungen, die negativen Aspekten, wie den immer weiter ansteigenden Energiebedarf überwiegen.

Einige Eindrücke dazu konnte ich an dem Abend mitnehmen. Als Teil des DB Intrapreneurs Teams freue ich mich, meinen Teil dazu beizutragen, dass Mitarbeiter*innen befähigt werden, ihre eigenen digitalen Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ich möchte hier kurz in einigen Sätzen erklären, welche Rolle der Mobilität in dem Ganzen zukommt.

Die Mobilität stellt ein sogenanntes Transformationsfeld dar und wird im Rahmen des zweiten Maßnahmenpaketes der Agenda beschrieben. Das bedeutet, dass die Digitalisierung zu Auswirkungen und Veränderungen der ganzen Branche bzw. des ganzen Sektors führen wird.

Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass mehr Transparenz, hochwertigere Verkehrsdaten und die Vernetzung der Angebote auf digitalen Plattformen zu neuen Mobilitätsdienstleistungen und einer dynamischen Verkehrssteuerung in Echtzeit führen können.

Gleichzeitig wird aber auch auf sogenannte Rebound Effekte aufmerksam gemacht, die bedacht werden müssen. Diese Effekte beschreiben, dass ein durch technologischen Fortschritt bedingter Effizienzgewinn gegen Null geht und letztlich zu einer höheren (Rohstoff-)Nutzung führen kann, weil die Ersparnis von Geld, Zeit oder Energie dazu führt, dass wir mehr von selbigen Rohstoffen verbrauchen.

Bezogen auf die Mobilität wäre ein solcher Effekt beispielsweise, dass durch Carsharing der Anteil an Autos im Straßenverkehr weiter steigt, anstatt zu sinken. Grund dafür ist, dass gerade junge Leute, die sich kein eigenes Auto leisten können, vermehrt auf dieses Angebot zurückgreifen, anstatt die öffentlichen Verkehrsmittel zu nehmen.

Wir als Deutsche Bahn haben natürlich nicht ausschließlich, aber gerade hier einen großen Hebel, um die Zukunft der Digitalisierung in einer intelligenten Weise zu gestalten und den klaren Worten des BMUs zu folgen: „Wir müssen die Digitalisierung zum Wohle von Mensch und Natur nutzen.“

Daher ermutige ich uns dazu, immer einen Schritt weiter zu denken, Rebound Effekte stets im Hinterkopf zu behalten und eine ganzheitliche Betrachtung in der Entwicklung der Digitalisierung vorzunehmen.

Auf dass die smarte Zukunft nicht zum Brandbeschleuniger, sondern Brandlöscher wird!