Intrapreneurship ist Managementaufgabe

Es ist kein Geheimnis, dass Gründer*innen viel arbeiten. Neben ausgereiften Wettbewerbsanalysen, der Suche nach komplementären Teammitgliedern und immer neuen Herausforderungen, die nicht unbedingt im Handumdrehen gelöst werden können, gibt es eine Vielzahl an erfolgskritischen Aufgaben, die auf dem Weg zur Unternehmensgründung bearbeitet werden müssen.

Auch die Teilnahme am Intrapreneurship-Programm der Deutschen Bahn bringt eine zeitintensive Auseinandersetzung mit allen Facetten einer Unternehmensgründung mit sich. Die viermonatige Design Phase bei DB Intrapreneurs erfordert die physische Anwesenheit aller Intrapreneur*innen an vier eintägigen Workshops. Erhält ein Intrapreneurship-Team im Anschluss an die Design Phase die Finanzierung für die Build Phase, in der die konkrete Ausgestaltung des Geschäftsmodells stattfindet, folgt eine temporäre Hospitation bei DB Intrapreneurs in Berlin für vier Monate.

Für die Heimatabteilung der Teilnehmenden bedeutet dies eine bis zu 100%ige Reduzierung der ursprünglichen Tätigkeit und eine Übernahme der Aufgaben durch Kolleg*innen. Dementsprechend ist die Bewilligung einer Hospitation von Seiten der Führungskräfte aller Intrapreneur*innen notwendig, dass eine solche Build Phase in die Umsetzung gehen kann.

Es ist es nicht selbstverständlich, dass Abteilungen und Leiter*innen auf ihre Teammitglieder verzichten können und wollen – dessen sind wir uns als Initiatoren des Intrapreneurship-Programms bewusst. Im Zuge der Digitalisierung und der Innovationsbestrebungen der Deutschen Bahn bedarf dieser Prozess der Freistellung, der dem Wesen des Intrapreneurship-Konzeptes innewohnt, besonderer Aufmerksamkeit. Klare Kommunikation zwischen allen Stakeholdern, Offenheit und Verständnis für die Ziele und Bedürfnisse aller Beteiligten, aber auch der Wille, neue Freiräume zu schaffen und zu experimentieren, bilden das Fundament erfolgreichen Unternehmertums im Konzern. Da zu Anfang der Projektphase nicht klar ist, wie erfolgreich ein Team aus den sogenannten Proof of Concepts aussteigen wird, bringen vor allem die Führungskräfte und Sponsoren viel Vertrauen auf. Es zeigt sich, wie unternehmerisch auch sie denken und handeln.

Martin Seiler, Vorstand für Personal und Recht Deutsche Bahn AG

Als unternehmerische Führungskraft vorangehen – An dieser Stelle möchten wir auch im Namen unseres Schirmherren und DB Vorstands für Personal und Recht, Martin Seiler, einen Dank an alle Führungskräfte senden, die ihren Mitarbeitenden eine Teilnahme bei DB Intrapreneurs ermöglicht haben. Ein besonderer Dank geht an Erwin Schick, Leiter Produktion Regionalbereich Süd bei DB Netz sowie Thomas Meiwald, Leiter Stellwerkstechnik DB Netz Zentrale. Ohne die Bereitschaft dieser Führungskräfte hätte das Corporate Entrepreneurship Team D-MAIN nicht an seiner Idee einer Plattformlösung für Wissensmanagement in der Instandhaltung arbeiten können.

Führungskräfte, egal auf welcher Hierarchieebene im Konzern, sollten für ihre Teams ein Umfeld schaffen, in dem sich jede Kollegin und jeder Kollege engagiert einbringen kann und will. Dazu zählt für mich auch, Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, gute Ideen weiterzuentwickeln – umso erfreulicher, wenn Programme wie DB Intrapreneurs dabei unterstützen. D-MAIN ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich engagierte Kollegen eigeninitiativ dafür einsetzen, die DB moderner zu gestalten. Als digitale Plattform für Instandhaltung liefert D-MAIN einen wichtigen Beitrag, das Wissen erfahrener Kollegen zu sichern und für alle Instandhalter zugänglich zu machen. Davon profitieren wir als Unternehmen genauso wie unsere Kunden.
– Erwin Schick

Ich sehe im Aufbau einer Wissensplattform, entwickelt von Instandhalter*innen für Instandhalter*innen, eine tolle Chance, den Erfahrungsschatz der Mitarbeitenden auf einfache und begeisternde Art anderen zur Verfügung zu stellen. Auch wenn wir durch das Projekt auf einen wichtigen Mitarbeiter verzichten mussten, so hat die Entwicklung und Implementierung dieses Produktes letztendlich weitreichende positive Auswirkungen, auch auf unsere tägliche Arbeit.
– Thomas Meiwald