Nicht zögern, sondern machen! Warum du am Programm teilnehmen solltest.

Dieser Text ist eine Art offener Brief an alle, die auf der Seite der „Ich würde gerne, plane das, träume von und möchte mal“ stehen. DB Intrapreneurs arbeitet intensiv daran disruptive Innovation, unternehmerischen Geist, viel diskutierten Kulturwandel und gelebte Partizipation ins Unternehmen zu tragen. Auf dem Weg zum Ziel geht es aber nicht nur auch, sondern vordergründig um die Teilnahme von Mitarbeiter*innen, die gerne würden, planen, träumen und möchten.

Abgesehen von organisationalen Voraussetzungen, die durch die Programmgründung geschaffen wurden, sind auch eine Reihe an intrapersonellen Faktoren der Mitarbeitenden für erfolgreiches Corporate Entrepreneurship ausschlaggebend. Mit welchen Hürden müssen Mitarbeiter*innen vor dem Eintritt ins Programm umgehen? Welche Bedenken, Vorurteile oder Unsicherheiten begleiten sie auf dem Weg? Warum sollten sie die Zeit investieren und am Programm teilnehmen?

Ich bin Johannes und arbeite seit Februar 2019 als Trainee bei der DB Netz AG in Frankfurt. Direkt in meinem ersten Monat bei der Deutschen Bahn bin ich auf einen Aufruf von Petra Schiffahrt aufmerksam geworden, in der sie Kolleg*innen sucht, die ihr im Rahmen des fünften DB Intrapreneurs Batches bei der Entwicklung und Umsetzung einer Geschäftsidee helfen.
Dabei ging es ursprünglich darum, blinden und sehbehinderten Menschen ein barrierefreies Reisen mit der Deutschen Bahn zu ermöglichen. Da ich mich seit meinem Zivildienst für die Barrierefreiheit von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft einsetze, fand ich es sehr spannend soziales Engagement auch in den beruflichen Kontext einzubringen und zu leben. Die mit dem Gründerprogramm einhergehenden Möglichkeiten des agilen Arbeitens und der Chance sich ein breites Netzwerk aufzubauen, führten dazu, dass ich bei meiner Trainee Verantwortlichen das OK zur Teilnahme erfragte. Erfreulicherweise war sie von dem Angebot des Programms und der Geschäftsidee so überzeugt, dass sie mir die Möglichkeit gab.

Die Teilnahme am Programm war für mich ein wichtiger Schritt, denn ich habe auf diesem Weg erlebt, wie ich selbst Innovation im Unternehmen gestalten kann. Es reicht nicht, nur motivierende Vorträge auf den besten Startup-Events zu hören, Bücher von Eric Ries und Artikel der t3n zu lesen oder zu sagen „Ich bin neugierig und bereit meine Arbeitsweise und gelebte Unternehmenskultur zu ändern.“

Vorab weiß niemand wie erfolgreich die Idee, an der man arbeitet, sein wird – aber das ist auch eine Frage der Definition von „Erfolg“. Für mich war es daher von Anfang an ein Gewinn. Ich habe in der Zeit bei DB Intrapreneurs die Möglichkeit wahrgenommen mit neuen Leuten zusammenzuarbeiten und zu erfahren wie man ein Projekt anders angehen kann. Man kann dort viel von den anderen Teilnehmer*innen lernen aber auch eigene Ideen teilen und verwirklichen.

Bevor man eine Idee einreicht oder sich für eine Teilnahme am Programm entscheidet stehen allerdings auch Fragen im Raum, die gestellt werden müssen und dürfen. Im Folgenden versuche ich einige dieser Fragen aus der Perspektive eines ehemaligen Teilnehmers zu beantworten.

Ist meine Geschäftsidee überhaupt gut genug?

In Gesprächen mit anderen Programmteilnehmer*innen ist besonders deutlich geworden, wie sehr man daran festhält, möglichst schnell eine innovative Lösung zu finden. Eine Lösung, die vermeintlich alle identifizierten Probleme gleichzeitig angeht und mir im Programm alle Türen bis zur Gründung öffnet. Die Coaches von DB Intrapreneurs haben intensiv daran gearbeitet mit uns gemeinsam den Fokus zu ändern. Denn Nutzerzentrierung bedeutet neben einem nutzerfreundlichen Produkt im ersten Schritt auch ein vollständiges Verständnis des zugrundeliegenden Problems. Im Verlauf der Zeit habe ich bemerkt, wie sehr ich auf meine eigenen kreativen Einfälle, auf den Wunsch etwas eigenes zu schaffen fixiert war und das Zuhören und Verstehen der Zielgruppe überging.

Als Gründer*in kann man auch selbst Teil der Zielgruppe sein. Wenn dem so ist, hat man gegenüber einer Person ohne jegliche persönliche Perspektive auf das Problem einen Vorteil: Man kann sich selbst befragen, um den Need für das Produkt zu erörtern. Dennoch fehlen andere Perspektiven und diese sind mindestens genauso wichtig für ein gutes Konzept. Letztendlich kann man die Frage nach der Qualität der Geschäftsidee am besten beantworten, indem man ein umfassendes Verständnis des Problems entwickelt. Hierbei unterstützen die Coaches und die im Programm erlernten Methoden.

Will ich überhaupt die Selbstständigkeit?

Eine weitere Hürde, die bereits im Voraus viele interessierte Mitarbeiter*innen davon abhält überhaupt in das Programm zu starten, ist die Unsicherheit, die mit unternehmerischer Selbstständigkeit einhergeht. Bei DB Intrapreneurs gibt es allerdings zwei verschiedene Möglichkeiten die Geschäftsidee auf den Markt zu bringen:
Entweder man wählt den Weg der eigenen Selbstständigkeit, losgelöst vom Konzern oder man wird Teil einer inhaltlich nahen Organisationseinheit der Deutschen Bahn und vertreibt das Produkt von dort aus.

Eine Beendigung der Anstellung ist also nicht nötig – obwohl der Begriff Intrapreneurship eine Selbstständigkeit ohne die Sicherheiten, die ein Konzern bietet, vermuten lässt. Ob ein externes Startup entsteht oder eine neue Organisationseinheit geschaffen wird, wird erst zu Ende der zweiten Programmphase, also nach circa 7 Monaten entschieden. Bis dahin bleibt genug Zeit, um sich mit allen Vor- und Nachteilen der Optionen vertraut zu machen.

Lohnt sich der zeitliche Aufwand?

Die Erwartungen an das Programm sind hoch. Man freut sich auf intensive Workshoptage mit professionellem Coaching und neuen Methoden, spannende Kontakte und anregende Gespräche. Das heißt im Umkehrschluss aber, dass man zusätzliche Zeit in die Teilnahme investiert. Neben Vorbereitung und Nachbereitung der Workshops beschäftigt man sich mit Fragestellungen, die für die weitere Entwicklung der Geschäftsidee relevant sind. Das kann im Voraus abschrecken – sollte es aber nicht, denn es lohnt sich. Für viele Teilnehmer*innen ist die Arbeit im Programm eine ganz neue Erfahrung, die sie im alltäglichen Beruf nicht machen würden. Der Blick auf bisherige Herausforderungen im Job wird neuadjustiert, denn neue Methoden ermöglichen eine andere Herangehensweise.

 

Abgesehen von diesen drei Hürden, gibt es sicher eine Vielzahl an weiteren persönlichen Faktoren, die auf die Teilnahmeentscheidung einwirken. Für mich persönlich war es genau die richtige Entscheidung teilzunehmen und ich kann es allen, die die Möglichkeit in Betracht ziehen nur empfehlen. Bei weiteren Fragen steht Christian Stumpf als Ansprechpartner zur Verfügung.