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Willkommen bei der DB Intrapreneurs Gründungsreihe!

Heute geht es um „Zukunftsangelegenheiten“. Der Gründer Olaf Lehnigk reiht sich somit nach PickPack, Vestakorn und Gymnotize in unsere Gründungsreihe ein und zeigt auf, was seine Teilnahme am Gründungsprogramm bewirkt hat und welche Bedeutung Resilienz für Gründer*innen hat. Ein*e Gründer*in sollte der Überzeugung sein, auch schwierige Situationen erfolgreich bewältigen zu können und in der Lage sein mit Rückschlägen umzugehen. Wir bei DB Intrapreneurs geben unseren Teilnehmer*innen den passenden Rahmen ein solches Mindset anzunehmen bzw. weiterzuentwickeln.

Lieber Olaf, vielen Dank, dass du uns auf deine Reise während und nach DB Intrapreneurs mitnimmst. Während deiner Programmteilnahme ist ein spannendes Geschäftsmodell entstanden. Was daraus geworden ist und welche Herausforderungen es in dieser Zeit zu bewältigen gab, werden wir heute erfahren.

Du warst Teilnehmer bei DB Intrapreneurs. Wie kam es dazu und warum?

Als ich mit meiner Idee zur sogenannten „Letzte Meile Logistik“ losgelaufen bin, wusste ich noch nicht, dass DB Intrapreneurs meine erste große Station sein wird. Logistik war schon immer meine Leidenschaft und mit Fragestellungen, wie die letzte Meile optimiert werden kann, habe ich mich nicht nur in meinem Job auseinandergesetzt. Ich hatte Lust, etwas Eigenes zu machen und einen echten Mehrwert für die Logistik Branche zu entwickeln. Da kam mir der Gedanke, dass ein Lastenfahrrad mir bei der Lösung meiner Herausforderung helfen könnte. Also stellte ich mir die Frage: „Wie kann man mithilfe von Lastenfahrrädern die letzte Meile optimieren?“.  Mit dieser Idee ging ich auf meinen ehemaligen DB Schenker Kollegen Jan Kruska zu und fragte ihn, ob er Lust auf einen Piloten hätte. Jan war nicht abgeneigt und so sind wir zusammen weitergelaufen. Zunächst ist das Konzernprogramm Smart Cities auf uns aufmerksam geworden. Durch Smart Cities will die DB mit neuen, intelligenten Mobilitäts-, Logistik- und Bahnhofskonzepten die Lebensqualität im urbanen Raum steigern. Dieser Ansatz passte super zu unserer Idee. Gleichzeitig hat mir Jan von dem DB internen Gründungsprogramm erzählt. „Auch spannend“ dachten wir. Nach ersten Gesprächen war dann klar „Wir gehen zu DB Intrapreneurs“. Der Austausch mit den Kolleg*innen von Smart Cities blieb jedoch über den gesamten Zeitraum bestehen und noch ein weiterer Stakeholder kam dazu. Die DB Digital Ventures GmbH war unser erster potentieller Investor. Der Venture Fond der DB war damals (nämlich 2017) noch relativ jung. Jetzt reihen sich Startups wie What3words, Clevershuttle oder Skyports in die Investmenthistorie ein. Wir haben also unser Pilotprojekt bei DB Intrapreneurs weitergeführt und wurden hier mit Ressourcen und Budget unterstützt.

Wie ging es dann für euer Team und dich persönlich weiter?

Die Zeit bei DB Intrapreneurs verging wie im Flug. Aber wir haben auch super viel geschafft. Vor allem haben wir viel gelernt. Nicht nur über die Letzte Meile Logistik, sondern auch über uns als Menschen und haben uns weiterentwickelt. So haben wir auch Erfahrungen zum Thema „Gründungsteam“ gesammelt und dass es gar nicht so einfach ist, passende Teammitglieder*innen zu finden. Nach Skills kann ich gut suchen, aber die Persönlichkeit lerne ich häufig nicht im Bewerbungsgespräch kennen. Hier muss ich schon ein gutes Fingerspitzengefühl haben und manchmal auch auf mein Bauchgefühl hören.

Da saßen wir nun in unserem letzten Investorenmeeting im Rahmen von DB Intrapreneurs. Uns gegenüber saßen erneut die DB Digital Ventures und Vertreter von DB Smart Cities. Uns ist das passiert, wovon viele Gründer träumen: wir hatten zwei Angebote auf dem Tisch und hatten nun die Qual der Wahl. Die Entscheidung fiel uns natürlich nicht einfach. Ein Investment durch die DB Digital Ventures hätte bedeutet, dass wir ausgründen und den DB Konzern verlassen. Diese Vorstellung fühlte sich für Jan und mich nicht bzw. noch nicht richtig an. Deshalb haben wir uns dazu entschieden bei DB Smart Cities weiterzumachen – also innerhalb der DB zu bleiben.

2018 verbrachten wir also beim Konzernprogramm. Hier haben wir auch die Realität eines Konzerns an der ein oder anderen Stelle zu spüren bekommen. Am Ende sind uns Budget-Diskussionen zum Verhängnis geworden und unser Thema stand nicht mehr auf der Agenda für 2019. Wir haben uns also aus unserem Projekt verabschiedet.

Das klingt nach einer schweren Zeit. Wie ging es dann für euch weiter?

Ich habe mich zwar von DB Smart Cities verabschiedet, aber nicht von unserer Idee und unserer Vision. Wir haben weiterhin an das geglaubt, was damals unter dem Namen „WeColli“ entstanden ist: eine Letzte Meile Lösung für kleine Unternehmen, die ihre Logistik optimieren wollen, indem die innerstädtische Lieferung von Waren über Lastenfahrräder abgedeckt wird.

Also haben ich weitergemacht und im Juni 2019 „zukunftsangelegenheiten“ gegründet. Durch den Aufbau einer digitalen Plattform mit einem Netzwerk aus Verteilzentren, Radlogistikern und digitalem Tourenmanagement möchte ich eine nachhaltige, belastbare und skalierbare Lösung für die Innenstadt konstruieren. Die letzte Meile hat nämlich nicht nur ein schlechtes Image, sie ist auch ein Hauptverursacher von Staus, Lärm und Abgasen.

Natürlich müssen wir uns jetzt Gedanken darüber machen, wie wir das finanziell stemmen können. Während unserer Zeit bei der Deutschen Bahn haben wir nicht selten die Konzernstrukturen und -regularien als Hindernis wahrgenommen. Dieses Problem haben wir jetzt nicht mehr. Allerdings zahlen wir jetzt aus eigener Tasche und wollen natürlich schnell weiterkommen. Was uns dabei hilft ist die Förderung unserer Softwareentwicklung durch die ILB Landesbank Potsdam. Zusätzlich übernehmen wir Beratungsprojekte um „zukunfsangelegenheiten“ weiterzuentwickeln. Auch muss man sagen, dass wir keine 25 mehr sind und auch ein Privatleben und Familie haben. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist nicht immer einfach, aber mit weColli haben wir viel aufgebaut, was wir jetzt auch weiterhin nutzen können – das hilft.

Mein Co-Founder Jan Kruska ist nach dem Projekt im DB Konzern geblieben und widmet sich bei DB Smart Cities nun anderen Themen. Wir stehen weiterhin in einem Austausch und guten Verhältnis zueinander. Immerhin haben wir viel zusammen erlebt, das schweißt zusammen.

 

Was ist dein Ziel für 2020?

Für „zukunftsangelegenheiten“ kann ich ganz klar sagen: eine gut funktionierende IT zu haben, damit unser Proof of Concept in Berlin sauber und erfolgreich eine Skalierungsbasis sein kann.

 

Lieber Olaf, wir danken dir für deine offenen Worte und sind beeindruckt von deinem Weg, den du mit deiner Idee gegangen bist. Du bist ein inspirierender Gründer und wir wünschen dir mit zukunftsangelegenheiten alles Gute. Wir freuen uns, dass du unseren Intrapreneuren mit deinem Wissen und deiner Expertise nun als Mentor zur Verfügung stehst. Deine Erfahrungen sind wertvoll für uns alle.