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Willkommen bei der DB Intrapreneurs Gründungsreihe!

Nachdem unsere letzten Gründerstorys (PickPack und Vestakorn) nun schon einige Monate zurück liegen, geht es jetzt mit Gymnotize weiter, bzw dem Gründer. Steffen Ruppel ist DB Intrapreneur der ersten Stunde und hat seine Erfahrungen im Rahmen seiner Programmteilnahme genutzt, um einen neuen und großen Weg einzuschlagen.

DB Intrapreneurs inspiriert und ermutigt für Neues

Lieber Steffen, vielen Dank, dass du uns heute auf deine Reise während und nach DB Intrapreneurs mitnimmst. Es ist spannend zu erfahren, was dich dazu bewegt hat dein eigenes Ding durchzuziehen und welche Phasen du auf diesem Weg durchlaufen bist.

 Aber fangen wir von vorne an: Du warst Teilnehmer des 1. Batches von DB Intrapreneurs. Warum hast du mitgemacht?

Ich habe Michael Kruppa, ein Kollege bei der DB, kurz vor seiner Teilnahme am ersten Batch kennengelernt und wir waren uns auf Anhieb sympathisch. Er wusste auch, dass ich damals kurz vor einem internen Projektwechsel stand und neben meinem Job ein intensives Hobby hatte: ich war Betreiber eine App. Nach einiger Zeit rief er mich an und erzählte mir von seiner Teilnahme am Gründungsprogramm der DB. Er beschrieb mir seine Idee und war Feuer und Flamme, denn ein eigenes Unternehmen zu gründen, war ein Ziel wofür er gern bereit war die Extrameile zu gehen. Da ich sowohl von der Technologie (Virtual Reality, VR) als auch von der Idee begeistert war und es sich nach einer super Challenge für mich anhörte, habe ich mich nach einer kurzen Bedenkzeit angeschlossen und wurde Teilnehmer bei DB Intrapreneurs. In unserer Geschäftidee ging es darum Reisen mit Hilfe von VR erlebbar zu machen.

Für das Intrapreneurship Team lief alles nach Plan. Beim großen Pitch Day in einer hippen Berliner Location erfolgte dann die Zusage für eine Weiterfinanzierung durch die DB Digital Venture GmbH (DB DV), dem Venture Fond der DB. In der so genannten Build Phase ging es dann darum einen marktfähigen Prototypen (MVP) zu entwickeln und weiteres Budget von der DB DV einzusammeln. Zu diesem Zeitpunkt war Steffen weiterhin Mitarbeiter der DB und hatte die Möglichkeit genutzt in einem sicheren Umfeld als Konzernmitarbeiter sein eigenes Ding zu Gründen (Make Things Happen).

Dann folgte ein Rückschlag. Das Gründerteam „36t“ hat kein weiteres Budget bekommen. Die Ampeln standen auf Rot.

Steffen, wie ging es für euer Team und dich persönlich weiter?

Naja etwas niedergeschlagen waren wir schon. Etwas Trost konnte ja glücklicherweise durch den zuvor abgeschlossenen Deal mit DB Fernverkehr gespendet werden. Der Schnitt war somit zum Glück nicht ganz so hart und man konnte wenigstens im ICE-Portal ein paar 36tees einbetten. Das große Los war es jedoch auch nicht und wir waren weit von der eigenen Unternehmensgründung entfernt – wie soll das auch funktionieren ohne Investor. Hiermit war unsere Teilnahme am Programm also beendet und es ging für mich zurück in meine alte Abteilung. Dort bin ich jedoch nie beim neuen Projekt angekommen, sondern habe mit meinem damaligen Chef eine sechsmonatige Auszeit in Form von unbezahltem Urlaub ausgemacht. Ich hatte ja noch mein Hobby, meine App. Ich habe durch meine Teilnahme am Intrapreneurship Programm Blut geleckt und wollte mich nun intensiv mit meinem „Baby“ auseinandersetzen. Für mich war es quasi die „Generalprobe“ zur Selbstständigkeit und irgendwie war meinem Chef und vor allem mir klar, dass ich nicht mehr zur Bahn zurückkehren werde. Zum 31.12.2018 habe ich dann das Unternehmen mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlassen

 Wie und womit ging es dann weiter?

Nach meinem Ausstieg bei der DB bin ich vom Intrapreneur zum Entrepreneur geworden. Ich wurde also „Vollzeit-Gründer“. Ich bin mit ‚Gymnotize‘  bereits seit Mitte 2014 international unterwegs und hatte es in der Vergangenheit eher als Hobby betrieben. Ursprünglich entstand die Idee meiner Fitness-App aus der Beobachtung diverser Personen im Fitnessstudio, welche Übungen im Freihantelbereich oder an Maschinen grundlegend falsch ausgeführt haben. Da im Netz bzw. in Apps schon diverse Darstellungsvarianten vertreten waren, entschied ich mich für die Nutzung von 3D Animationen, welche es ermöglichen Übungen aus jedem Blickwinkel zu beobachten.  Da ich selber fitnessbegeistert bin und den Sport schon mehrere Jahre betreibe, besitze ich die entsprechende Kenntnis über verletzungsfreie Bewegungsabläufe der Übungen und konnte das Wissen so in meine Animationen integrieren. 

Gymnotize dient kurzgesagt dazu, die Bewegungsabläufe diverser Fitnessübungen besser zu erlernen und eigene übungsrelevante Fortschritte festzuhalten (Trainingstagebuch), um daraus Stärken und Schwächen ableiten zu können. Daraus folgt dann indirekt ein besserer Muskelaufbau.

 Wie kam es zur Entscheidung den Konzern zu verlassen?

Ich war eigentlich nie ein sehr risikofreudiger Mensch, habe aber gerade durch die Zeit bei 36t gemerkt, dass der Wunsch nach einem eigenen Unternehmen doch sehr groß war. Natürlich war auch die Arbeitslast auf Dauer sehr hoch, da ich ja seit 2014 eigentlich zwei Jobs hatte und weil mir der Fokus zu der Zeit gefehlt hat, ging es bei der App auch nur sehr schleppend voran. Die Angst vor dem Risiko abzulegen war definitiv ein langwieriger Prozess aber die Erfahrung aus dem Programm hat definitiv einen großen Teil zur Entscheidung beigetragen.

Wo stehst du jetzt?

Ich bin mittlerweile mit über 1 Millionen Downloads von Gymnotize im Fitnesssegment relativ bekannt und genieße als ‚Solopreneuer‘ (scheint wohl der richtige Begriff zu sein ;)) die Vorzüge der absoluten kreativen Freiheit. Da meine Tasks so vielfältig sind (Designen, Modellieren, Programmieren, Support, Social Media, Strategie, Advertising …) wird es einfach nie langweilig und der Ideenpool bleibt stets gut gefüllt. Aktuell liegt der Fokus auf der Verbreiterung der Zielgruppe. Diese ist noch sehr durch männliche Fitnessstudiobesucher geprägt. Gleichzeitig möchte ich meine Brand stärken. Beides läuft natürlich im Einklang mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung. 

Ich war übrigens der erste im Fitnessbereich, der eine Augmented Reality Unterstützung anbietet und versuche dies auch künftig als ein starkes Alleinstellungsmerkmal auszubauen.


Lieber Steffen, wir danken dir für deine offenen Worte und wünschen dir für Gymnotize weiterhin alles Gute. Wer die App jetzt testen möchte, kann direkt hier starten.

#makethingshappen #gruenderstory #DBintrapreneurs